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SAP Asset Strategy and Performance Management: Instandhaltung in der Balance

SAP Asset Strategy and Performance Management unterstützt die Asset-Management-Organisation bei der Definition, Planung und Überwachung der optimalen Instandhaltungsstrategie für physische Anlagen durch Bereitstellung der erforderlichen Daten und Analysen.

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Anlagenintensive Unternehmen befinden sich mit Blick auf ihre Maschinen und technischen Assets auf einer dauerhaften Gratwanderung: Denn um eine hohe Rentabilität ihrer Assets – also ihrer wichtigsten Vermögenswerte – zu erreichen, müssen sie einerseits für einen möglichst hohen Output sorgen. Das gelingt, wenn die Maschinen und Anlagen hochverfügbar sind, in hoher Geschwindigkeit produzieren und dabei eine hohe Qualität erreichen. Andererseits muss der Input für den Betrieb samt der Instandhaltung möglichst gering ausfallen. Die Crux bei der Sache ist, dass Output und Input miteinander korrelieren. Mit steigenden Ausgaben für die Instandhaltung steigt auch die Verfügbarkeit, die Leistung und die Qualität. Umgekehrt sinkt die Gesamtanlageneffektivität – die Overall Equipment Effectiveness (OEE) – wenn weniger in die Instandhaltung investiert wird.

Dieser Zusammenhang gilt erst einmal grundsätzlich. Allerdings bestehen erhebliche Unterschiede bezüglich der richtigen Balance zwischen beiden Faktoren. Dabei spielen erstens direkte wirtschaftliche Erwägungen eine Rolle. So ist es solange vernünftig, mehr für die Instandhaltung auszugeben, wie der damit erzielte zusätzliche Output grösser ist als der zusätzlich eingesetzte Input. Zweitens müssen indirekte wirtschaftliche Effekte bedacht werden. Ein Hersteller von hochpreisigen Premiumprodukten kann es sich zum Beispiel nicht erlauben, zu spät zu liefern oder keine perfekte Qualität anzubieten, weil das die Reputation empfindlich beschädigen könnte. Eine aufwendige Instandhaltung sichert in diesem Fall das Fortbestehen und den künftigen wirtschaftlichen Erfolg. Und drittens muss der Blick vom einzelnen Asset aus auf den gesamten Shopfloor gerichtet werden. Denn bei manchen Maschinen spielt es keine grosse Rolle, wenn sie ausfallen. Bei anderen kommt schon bei einer kleineren Störung der gesamte Fertigungsprozess aus dem Tritt. Für Unternehmen kommt es also darauf an, die richtige Balance zu finden, um sicher auf dem schmalen Grat zwischen Output und Input zu wandeln.

ISO 55001 definiert Anforderungen an Asset-Management-System

Dabei hilft ihnen die Norm ISO 55001, die die Anforderungen an ein Asset-Management-System definiert. Ein zentraler Bestandteil ist hier die regelmässige Bewertung der drei Parameter Kosten, Risiko und Leistung. Damit entsteht die Transparenz, die in vielen Unternehmen bislang fehlt. Beispielsweise können längst nicht alle Verantwortlichen in den Unternehmen sagen, wie sehr die Ausfallwahrscheinlichkeit für eine Maschine zunimmt, wenn die Intensität der Instandhaltung gesenkt wird, oder wie sehr die Verfügbarkeit steigt, wenn mehr Aufwand betrieben wird. Diese Erkenntnisse sind auch dafür entscheidend, die geeignete Instandhaltungsstrategie gemäß der Norm DIN EN 13306 festzulegen. Genügt eine korrektive Instandhaltung, bei der erst dann etwas unternommen wird, wenn ein Asset ausfällt? Ist eine vorbeugende Instandhaltung sinnvoll, bei der die Maschinen und Anlagen in festen Intervallen oder abhängig vom Zustand gewartet werden? Oder sollte es sogar eine vorausschauende Instandhaltung – also Predictive Maintenance – sein, bei der auf Basis von Maschinendaten mögliche Störungen prognostiziert werden, um so den optimalen Zeitpunkt und das optimale Ausmass für die Wartungsmassnahme zu bestimmen?

Damit die Ideen aus der Norm ISO 55001 Wirklichkeit werden, ist eine performante IT-Unterstützung unerlässlich. Denn allein mit einer Excel-Tabelle können die vielen Daten weder erfasst noch zielführend verarbeitet werden. SAP bietet hier im Kontext von SAP Leonardo mit der SAP Intelligent Asset Management Suite einige spezifische Cloud-Lösungen an. Diese sind als Ergänzung zu den Funktionalitäten von SAP Plant Maintenance (SAP PM) als Bestandteil des SAP ERP beziehungsweise SAP S/4HANA zu sehen. So zum Beispiel das SAP Asset Intelligence Network (SAP AIN), SAP Predictive Maintenance and Service (SAP PdMS) oder SAP Predictive Engineering Insights (SAP PEI). Seit Anfang 2018 steht nun auch die Cloud-Lösung SAP Asset Strategy and Performance Management (SAP ASPM) für die Anwender bereit. 

Was ist SAP Asset Strategy and Performance Management?

Mit SAP Asset Strategy and Performance Management erhalten Unternehmen Zugriff auf eine Vielzahl von Maschinen- und Anlagendaten und können so optimale Instandhaltungsstrategien definieren, planen und überwachen. Dazu steht eine Reihe von Tools zur Verfügung, die den gesamten Vorgang abdecken.

Fabian Sommer

Business Development Manager

Telefon: +41 71 669 33 50 
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  • Management der Daten zu einem Asset
    Zunächst geht es darum, die Daten zu sammeln und zusammenzuführen, auf deren Basis sich eine Bewertung der Kosten, des Risikos und der Leistung vornehmen lässt. Dazu werden Daten zu technischen Plätzen und Equipments aus SAP PM in die Cloud-Welt nach Asset Central geladen. Die Strukturierung der Daten basiert hierbei auf Standards wie ISO 15926, IEC 60050, ISO 14224, EN 15380, eCl@ss.

  • Beurteilung von Risiko und Kritikalität
    Für jedes Asset kann im Anschluss das Risiko eines Ausfalls kalkuliert werden – und zwar für unterschiedliche Kategorien und Einflussfaktoren wie zum Beispiel Betrieb, Umwelt und Sicherheit. Kombiniert werden dabei die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ausfalls und die damit verbundenen negativen Folgen. Auf Basis des so ermittelten Risiko-Scores kann dann die Kritikalität des Assets bestimmt werden. Damit lässt sich einschätzen, wie kritisch der Ausfall einer bestimmten Maschine oder Anlage für den Wertschöpfungsprozess ist. Assets mit einer hohen Kritikalität sollten näher analysiert werden.

    • Reliability Centred Maintenance (RCM)
      Der zentrale Gedanke von Reliability Centered Maintenance (RCM) ist, dass der richtige Mix aus korrektiver, vorbeugender und vorausschauender Instandhaltung zu der erforderlichen Zuverlässigkeit bei minimalen Kosten führt – unter Berücksichtigung der Faktoren Sicherheit, Umwelt und Folgekosten. Um diesen Mix zu bestimmen, muss für jedes kritische Asset festgelegt werden, was die gewünschte Funktion ist und wie hoch dabei die Leistung sein soll. Ebenso muss definiert werden, inwiefern die Funktion nicht korrekt erfüllt oder die Leistung nicht erreicht wird.

    • Failure Modes and Effects Analysis (FMEA)
      Mit Failure Modes and Effects Analysis (FMEA) lässt sich feststellen, welche Fehler dazu führen, dass eine Funktion nicht erfüllt und eine Leistung nicht erreicht wird, welche Effekte sich daraus ergeben und wie hoch die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler ist. Operationalisiert wird mit Kennzahlen zur „Bedeutung der Fehlerfolge“, der „Auftrittswahrscheinlichkeit“ und der „Entdeckungswahrscheinlichkeit“. Aus der Kombination der drei Kennzahlen ergibt sich die Risiko-Prioritätszahl (RPT), über die sich eine Rangfolge der Risiken bilden lässt. Für die identifizierten und priorisierten Fehler lassen sich schliesslich Massnahmen bestimmen, die entweder dazu dienen, die Auftrittswahrscheinlichkeit zu reduzieren, oder dazu, die Entdeckungswahrscheinlichkeit zu erhöhen.

    • Preventive Maintenance Review (PMR)
      Im Rahmen von Preventive Maintenance Review (PMR) werden die aktuellen Wartungspläne darauf hin bewertet, wie wirksam sich mit ihnen Fehler vermeiden lassen.

  • Implementierung von Instandhaltungsstrategien und Überwachung
    Auf Basis der vorgenommenen Analysen werden für die einzelnen Assets passende Instandhaltungsstrategien festgelegt, implementiert und schließlich ausgeführt. Die dabei entstehenden Daten werden erfasst und zusammengeführt. Sie sind damit der Startpunkt für eine erneute Bewertung und Anpassung.

Welcher Nutzen lässt sich mit SAP Asset Strategy and Performance Management realisieren?

SAP Asset Strategy and Performance Management macht transparent, was die Instandhaltung eines Assets kostet, welches Risiko mit Blick auf einen Ausfall besteht und was das Asset leistet. Damit verfügen Unternehmen über ein solides Fundament, um Entscheidungen über die richtige Instandhaltungsstrategie treffen zu können. Und zwar für jedes einzelne Asset.

Vorteilhaft ist dabei, dass die Beurteilung der Situation und die Definition der Instandhaltungsstrategien nicht lediglich einmal stattfinden und dann auf unbestimmte Zeit Gültigkeit haben. Die Anwendung erlaubt es vielmehr, die Entwicklung im Asset Management kontinuierlich im Blick zu behalten. So lässt sich schnell verifizieren, ob ergriffene Massnahmen den erwünschten Erfolg bringen. Hinzu kommt, dass sich die Rahmenbedingungen stetig verändern. So könnten neue und günstige Sensoren beispielsweise dazu führen, dass die vorausschauende Instandhaltung grundsätzlich günstiger wird. Damit könnte sich ihr Einsatz dann auch für Assets lohnen, bei denen das heute noch nicht der Fall ist.

 

 

Studie: Predictive Maintenance

Wenn es darum geht, was sich mit innovativen Analyseverfahren aus den stetig wachsenden Datenmengen herausholen lässt, dient Predictive Maintenance immer wieder als Beispiel. In einer Studie hat Orianda untersucht, wie verbreitet die vorausschauende Wartung bei den Unternehmen tatsächlich schon ist, welcher Nutzen realisiert wurde und was unter Umständen derzeit noch von einem Engagement abhält.

Sie wollen mehr erfahren? Dann laden Sie die komplette Studie kostenlos bei uns herunter.